Babygläschen oder selber kochen

Babygläschen oder selber kochen

Eine ausgewogene Ernährung mit den erforderlichen Nährstoffen ist insbesondere für Kinder im ersten Lebensjahr wichtig, da sie in dieser Zeit schneller wachsen. Der Organismus des Babys ist zudem besonders empfindlich und muss vor Schadstoffen geschützt werden.

Viele Mütter stellen sich daher die Frage: Enthalten die Babygläschen alle wertvollen Inhaltsstoffe? Ist vielleicht zu viel Zucker drin? Oder ist es sinnvoller, den Brei lieber selber zu kochen, damit das Baby auch wirklich alle wichtigen Nährstoffe und kaum Schadstoffe aufnimmt? Dieser Ratgeber beantwortet diese Fragen.

Babygläschen überzeugen in Bezug auf Hygiene und Pestizide

Babygläschen sind zweifelsohne praktisch und sie sparen Zeit. Doch auch in punkto Keimfreiheit kann es das Selbstgekochte nur schwer mit den Babygläschen aufnehmen. Laut Untersuchungen wird bei den Herstellern sauber und keimfrei gearbeitet. Dank der strengen gesetzlichen Vorgaben darf die Nahrung in den Babygläschen nur geringe Rückstände an Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- oder Vorratsschutzmitteln aufweisen.

Desweiteren gelten bei den Babygläschen strenge Grenzwerte für Nitrat, welche beim Selberkochen nicht immer eingehalten werden können. Nitrat kann im Blut den Sauerstofftransport behindern und bei Babys zu Erstickungsanfällen führen.

In Babygläschen ist häufig zu wenig Fleisch sowie Fett enthalten

Bei den Babygläschen wird ein zu geringer Fleischgehalt bemängelt, wodurch die Eisenversorgung oftmals nicht gewährleistet ist.

Ebenso kritisiert wird zu wenig Vitamin C in der Babykost, welches dazu dienen soll, die Eisenaufnahme zu verbessern. Auch ein Mangel an Vitamin B wird befürchtet. Für 6 Monate alte Babys beispielsweise sind 20 Gramm Fleisch täglich empfehlenswert. Babykost wird meistens in einem Babykostwärmer erwärmt.

Obstgläschen ersetzen keine komplette Mahlzeit und in den Frucht-Getreide-Gläschen wird bemängelt, dass häufig zu wenig Getreide enthalten ist.

Gesunde Babygläschen kaufen oder den Babybrei aufwerten

Gesunde BabygläschenEs ist ratsam, das Etikett der Babymenüs zu studieren. Je nach Fleischgehalt sollte das Baby oftmals seltener oder häufiger fleischhaltige Babygläschen bekommen. Bei einer vegetarischen Ernährung können dem Brei statt Fleisch auch beispielsweise 10 Gramm Vollkornhaferflocken zugegeben werden.

Fleischhaltige Babygläschen sollten keine Milch enthalten, da dadurch die Eisenaufnahme im Darm reduziert wird. Zur besseren Eisenverwertung können drei Teelöffel Vitamin-C-haltiger Saft oder obsthaltiger Püree zum Babybrei zugegeben werden. Salz oder andere Gewürze sind überflüssig.

Für eine gesunde Baby-Ernährung genügen vier Zutaten: Kartoffeln, Gemüse, Fleisch und Fett. Dabei sollte ebenso auf den Fettgehalt geachtet werden, da die meisten Babygläschen zu wenig Fett enthalten. Pro Mahlzeit sind für das Baby 8 bis 10 Gramm Fett empfehlenswert. Wenn diese Menge nicht enthalten ist, kann ein Teelöffel hochwertiges Rapsöl hinzugefügt werden.

Unnötige Zutaten in Babygläschen

Auch die Zutatenliste darf nicht außer Acht gelassen werden. Nur in geringem Maße enthalten sein sollten Zucker, gefriergetrocknetes Obstpulver, künstlicher Vanillegeschmack, Emulgatoren sowie entmineralisierte Molke. Auch, wenn auf der Packung „ohne Zusatz von Kristallzucker“ steht, kann dennoch Zucker enthalten sein. Dieser versteckt sich dann häufig hinter den Bezeichnungen Fruktose oder Glukose. Der Milch-Getreide-Brei sowie der Obst-Getreide-Brei sollten am besten selbst zubereitet werden.

Ab dem zweiten Lebenshalbjahr darf für den Milch-Getreidebrei auch normale Vollmilch verwendet werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Auswahl an Jogurt- oder Quarktöpfchen oder Frucht und Jogurt kombiniert für ältere Babys enorm vergrößert, da diese Produkte sehr beliebt sind. Doch diese Gläschen müssen nicht gekauft werden, denn das Baby braucht neben dem Milch-Getreide-Brei oder der Muttermilch keine weitere milchhaltige Beikost. Diese Produkte führen maximal zu einer zu hohen Eiweißzufuhr und sie verschlechtern die Eisenversorgung.

Fazit zur Frage Babygläschen oder selber kochen

Aufgrund der strengen Vorgaben für Babynahrung in punkto Pestizide und Nitrat sind ebenso die Babygläschen aus einer konventionellen Herstellung praktisch rückstandsfrei. Auch die konventionellen Hersteller verwenden immer mehr Lebensmittel aus einer ökologischen Erzeugung, um die Werte einhalten zu können. Daher schneiden die reinen Bio-Produkte qualitätsmäßig nicht unbedingt besser ab, sondern vielmehr sind auch die „nicht Bio-Produkte“ auf einem sehr hohen Qualitätsniveau, bei dem man sich keine Sorgen machen muss.

Beim Selbstkochen hingegen ist es ratsam, Bioware zu verwenden, damit dem Baby Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln erspart werden und der Nitratgehalt so gering wie möglich ist. Einige Gemüsesorten enthalten sehr viel Nitrat, beispielsweise Spinat, Rote Beete, Fenchel, Kohlrabi oder Mangold. Diese Sorten sollten dem Baby daher nicht zu oft gegeben werden.

 

Babygläschen lassen sich problemlos mit einem Flaschenwärmer erwärmern.